Es gibt Reiseerinnerungen, die bleiben, weil ein Ort schön war. Und dann gibt es Erinnerungen, bei denen man Jahre später noch genau weiß, was jemand gesagt hat.

Mein Mann ließ sich in Istanbul die Augen lasern. Unsere Erfahrung mit Untersuchung, OP, erster Nacht und dem emotionalen Galatabrücken-Moment.
Bei uns war es die Fahrt zur Nachkontrolle nach der Augenlaserbehandlung meines Mannes. Er schaute aus dem Auto und fragte plötzlich: „Kann es sein, dass ich da wirklich Galatabrücke lese – ohne Brille?“ Und ja. Er konnte es.
Warum diese Geschichte für uns viel mehr als „Medizintourismus“ ist
Mein Mann trug seit ungefähr seinem zehnten Lebensjahr eine Brille. Vor dem Eingriff hatte er nach unserer Erinnerung ungefähr -3 und -2,75 Dioptrien. Wer selbst starke Kurzsichtigkeit kennt, weiß, wie selbstverständlich man irgendwann mit verschwommener Welt ohne Brille lebt. Für ihn war es normal, auf zehn oder zwanzig Meter ohne Brille praktisch nichts lesen zu können.
Deshalb war der Gedanke ans Lasern nicht einfach „Ich spare mir morgens die Brille“. Es ging für ihn um etwas, das ihn seit Kindheit begleitet hatte.
Warum wir uns damals für Istanbul entschieden haben
Wir hatten Preise verglichen. Unser damaliger Preis in Istanbul lag bei ungefähr 1.200 Euro für beide Augen, ein vergleichbares Angebot in Österreich nach unserer Erinnerung bei rund 3.800 Euro. Diese Zahlen sind historische Werte aus unserer damaligen Situation und ausdrücklich keine heutigen Marktpreise.
Natürlich war der Preis wichtig. Aber wir hätten es nicht gemacht, wenn wir uns vor Ort schlecht betreut gefühlt hätten. Medizin ist nicht der Bereich, in dem ich sage: Hauptsache billig.
Abholung, Klinik und dieses Gefühl: Jetzt wird es wirklich ernst
Wir wurden vom Hotel abgeholt und zur Klinik gebracht. Dort wurde untersucht, gemessen und alles vorbereitet. Wir bekamen den Termin für den nächsten Tag.
Was uns besonders angenehm war: Unsere Betreuerin war Türkin, sprach aber fließend Deutsch. Gleichzeitig hörten wir im Krankenhaus Französisch, Englisch und andere Sprachen. Man hat sofort gemerkt, dass internationale Patientinnen und Patienten dort Alltag waren. Das Krankenhaus war riesig: Augenabteilung, Zahnmedizin, plastische Chirurgie und andere Bereiche.
Der Operationstag: Er hatte richtig Schiss
Mein Mann hatte Angst. Wirklich. Wer lässt schon entspannt an seinen Augen arbeiten? Der eigentliche Eingriff dauerte nach unserer Erinnerung nur ungefähr fünf bis zehn Minuten. Danach bekam er einen Schutz beziehungsweise eine große Schutzbrille.
Und meine Kinder? Die fanden natürlich, dass ihr Vater jetzt aussah wie Spider-Man. Das war in diesem emotionalen Moment wahrscheinlich sogar gut, weil Kinder dir keine Chance lassen, zu dramatisch zu werden.
Die erste Nacht im Apartment
Wir hatten zum Glück eine große Apartmentwohnung. Mein Mann hatte sein eigenes Zimmer und konnte sich zurückziehen, während wir in den anderen Räumen waren. Er hatte nach dem Eingriff Schmerzen und sollte seine Augen schonen. Fernsehen und Handy waren entsprechend der ärztlichen Anweisung zunächst tabu beziehungsweise stark eingeschränkt. Am Abend ging es bereits besser.
Die Nachkontrolle – und dann die Galatabrücke
Am nächsten Tag fuhren wir wieder zur Klinik. Auf dem Weg schaute er aus dem Auto und fragte plötzlich, ob es sein könne, dass er dort wirklich „Galatabrücke“ lesen könne – ohne Brille.
Und er konnte es. Für uns war das ein unglaublicher Moment. Seit seiner Kindheit hatte er eine Brille getragen. Dinge in 10 oder 20 Metern Entfernung waren ohne Brille für ihn verschwommen gewesen. Plötzlich las er Schilder.
In der Klinik machte er danach fast einen Sport daraus. Er las Namen an Türen und Schildern. Und irgendwann liefen einfach die Tränen. Er konnte es selbst kaum glauben.
Die Zeit danach
Nach der Kontrolle brauchte er den stärkeren Augenschutz nicht mehr dauerhaft, sollte draußen aber Sonnenbrille tragen. Er bekam Medikamente beziehungsweise Augentropfen für die Nachbehandlung.
Welche Präparate und wie lange genau, möchte ich bewusst nicht als allgemeine Empfehlung nennen. Nach unserer Erinnerung nahm er Tropfen über mehrere Wochen. Das gehört aber immer in die individuelle ärztliche Nachsorge. Am Anfang war die Sicht noch teilweise etwas wechselhaft oder verschwommen. Nach zwei bis drei Wochen stabilisierte sie sich bei ihm deutlich.
- Ob Augenlasern geeignet ist, welche Methode infrage kommt und welches Ergebnis realistisch ist, hängt vom individuellen Befund ab. Ärztliche Untersuchung, Risikoaufklärung und Nachsorge sind zwingend.
„Heute komme ich als neuer Mensch ohne Brille zurück“
Heute braucht mein Mann keine Brille mehr und ist mit seinem persönlichen Ergebnis sehr zufrieden. Für ihn hat sich die Lebensqualität deutlich verändert. Das ist sein Ergebnis – keine Garantie dafür, was bei einem anderen Menschen passiert.
Beim Rückflug sagte er immer wieder sinngemäß: „Heute kehre ich als neuer Mensch ohne Brille zurück.“ Wir haben ihn wirklich gefeiert. Und dass dieser Moment ausgerechnet in „meiner Stadt“ unter Anführungszeichen passiert ist, macht die Erinnerung für mich noch emotionaler.
Würden wir es wieder machen?
Auf Basis seiner persönlichen Erfahrung: ja. Jeder Cent hat sich für ihn gelohnt.
Aber ich würde niemals sagen: „Flieg nach Istanbul, mach das und alles wird perfekt.“ Medizin funktioniert so nicht. Informiere dich, lass dich gründlich untersuchen, vergleiche Kliniken, Methoden, Nachsorge und Risiken.
Was ich heute trotzdem kritischer prüfen würde
- Wer operiert konkret?
- Welche Methode und warum?
- Welche Risiken gelten für den individuellen Befund?
- Wie sieht Nachsorge aus?
- Wer hilft nach Rückkehr nach Österreich/Deutschland/Schweiz?
- Sind Medikamente/Kontrollen im Preis enthalten?
- Wie lange soll man vor Ort bleiben?
- Welche Klinik-/Arztqualifikationen sind nachvollziehbar?
Was für uns besonders angenehm war
- Abholung vom Hotel.
- Deutschsprachige Betreuung.
- Große, auf internationale Patienten eingestellte Klinik.
- Nachkontrolle am Folgetag.
- Ruhiges Apartment mit eigenem Zimmer für meinen Mann.
– Amra




